Interview mit Maximilian Tyrtania, Entwickler der PR-Software “Contact King”

Auf PRonline.de sollen in Zukunft auch Menschen aus dem weiten Feld der PR zu Wort kommen können. Dabei soll es nicht nur um Kolleginnen und Kollegen gehen, die direkt in dem Beruf arbeiten, sondern ich möchte bewusst auch Menschen befragen, die auf andere Weise mit der Branche in Kontakt kommen. Den Anfang macht Maximilian Tyrtania, Programmierer der PR-Software “Contact King”.

 Maximilian, wie bist Du zum Programmieren gekommen?

Im Rahmen meines Elektrotechnik-Studiums musste ich ein Praktikum bei Bosch absolvieren, und da haben Sie mich ins kalte Wasser geworfen – ich dachte am ersten Tag, ich löte da jetzt ein paar Monate irgendetwas, stattdessen sollte ich eine LAN-Wartungssoftware für Servicetechniker programmieren. Ich hatte zwar ein paar Programmierkurse absolviert (was die Bosch-Kollegen wussten), aber naja… Aber nach einigen Wochen intensiven Lernens (Turbo-Pascal!) und Herumprobierens gefiel mir das Ganze und einiges funktionierte sogar. Ich machte dann zwar noch mein Diplom in E-Technik, wollte aber schon Programmierer werden.

Erzähl von Deinem PR-Produkt “Contact King”. Wie kam es dazu?

1998 fing ich bei einer Software-Entwicklungsfirma an, Anwendungen für eine große deutsche PR-Agentur, fischerAppelt Kommunikation, zu entwickeln. Hier wurde ich mit der täglichen Arbeit eines PR-Beraters vertraut und entwickelte mit einem Kollegen eine Inhouse-Lösung, mit der die Agentur ihre gesamten Medien- und Journalisten-Stammdaten, das Verteilerhandling, E-Mailversandaktionen, Mitarbeiter- und Bewerberdaten und auch Termine handelt. Den Kollegen gefiel die Software – was viele oft erst realisierten, nachdem sie mit den Tools in anderen Firmen konfrontiert wurden: Viele Agenturen behelfen sich lange mit Excel-Dateien oder versuchen, Outlook als CRM zu nutzen. Wieder andere nutzen veraltete Tools, die langsam sind und deren Benutzeroberfläche unergonomisch ist. Da kamen ein Kollege und ich auf die Idee, uns selbstständig zu machen, und eine eigene Software – Contact King – zu entwickeln und zu vertreiben. Das war Anfang 2009. Mittlerweile nutzen knapp ein Dutzend Agenturen und Unternehmenspressestellen den King, die meisten davon in Berlin.

Was ist besonders an Contact King?

Software muss nicht immer besonders sein, sie soll in erster Linie funktionieren, gut aussehen, schnell und intuitiv bedienbar sein und vor allem den Benutzer nicht nerven. Vom Funktionalitätsumfang unterscheidet sich Contact King nicht fundamental von manch anderem Customer-Relationship-Management-System: Verteilerhandling mit drag and drop, E-Mail- und Serienbriefversand mit individueller Anrede, Kontakthistorie, Importeditor, Doublettenwarnungen beim Datenerfassen, Clippingerfassung.

Wir fahren einen streng rationalen Ansatz, das heißt man hat eine Person, und die kann mehrere Jobs bei verschiedenen Firmen oder Medien haben. Wenn eine Person ihren Job wechselt, braucht man nicht ihren Stammdatensatz zu löschen. Firmen können unterschiedliche Standorte und Abteilungen (z. B. Redaktionen) haben. Wer sich dieses Prinzip verinnerlicht, kommt sehr schnell mit Contact King zurecht.

Für viele Agenturen stellt die Umstellung auf eine Anwendung, die ihre Daten von einer zentralen SQL-Datenbank bezieht, schon einen Riesenfortschritt dar. Benutzer A gibt Daten ein, und Benutzer B sieht sie sofort, ohne A erst fragen zu müssen – damit ist schon viel gewonnen. Oft haben kleinere Agenturen einfach die Sorge, der Betrieb einer datenbankgestützten Lösung würde hohe Anforderungen an ihr technisches Know-how stellen – darum bieten wir den Agenturen auch an, unsere Datenbank zu nutzen, wenn sie keine Lust oder Ressourcen haben, ihre eigene Datenbank zu betreiben. Auch beim Export aus ihrer alten Lösung und Import in Contact King sind wir behilflich.

Wie hoch sind die Lizenzkosten?

Die Preise kann man auf unserer Webseite www.contactking.de einsehen. Wenn man unseren Server benutzt, sind das einmalig 500€ + 325€ für den Client. Das Clippingmodul kostet dann nochmal 195€ extra. Man kann die Software von unserer Webseite downloaden und ausprobieren, ohne sich extra registrieren zu müssen.

 Stellen Software-Nutzer aus dem PR-Bereich eigentlich andere Forderungen als andere?

Sie wollen in der Regel nur, dass das System gut funktioniert. Oft sind es ja die Praktikanten, die die Software letzten Endes tatsächlich bedienen. Deswegen ist eine kurze Einarbeitungszeit wichtig. Erfreulich finde ich, dass wir uns kaum selber darüber Gedanken machen müssen, welche Funktionalität wir als nächstes bauen wollen, weil die Kunden uns mit ihren Ideen kostenlos versorgen.

Programmieren klingt immer sehr technisch und nach viel Detailarbeit – macht es auch Spaß?

Mir schon! Ich freue mich, dass ich den größten Teil des Tages mit einer Tätigkeit verbringen darf, die so spannend ist. Manchmal sind die Benutzer auch einfach total dankbar dafür, dass man sie von irgendeinem nervigen Problem befreit hat. Der Job ist zudem weit weniger einsam, als mancher sich das vielleicht vorstellt.

Vielen Dank für das Interview, Maximilian!

 

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