Hanel Juni 2016 Referenz

Wie komme ich in die Zeitung? Mit Grabsteinen in den Boulevard

BILD polarisiert. Und dennoch ist sie nach wie vor die reichweitenstärkste Zeitung im Land, mit ca. 2 Millionen Lesern täglich in der Printausgabe. Hinzu kommt Bild.de als Onlineportal mit aktuell 160 Millionen Visits pro Monat (was immerhin ca. 5 Millionen am Tag sind). Bedeutet vereinfacht: Was da drin steht, lesen viele Menschen.  Heute, am 23.6.2016, ist unser Kunde, die Stein Hanel GmbH, in beiden Varianten vertreten. Einmal in der bundesweiten Printausgabe (Seite 6) und hier auch online.

Als PR-Berater werde ich immer wieder gefragt:

Wie komme ich in die Zeitung?

Die Antwort ist so banal wie komplex: mit einer guten Geschichte! Grabsteine sind per se erstmal kein unfassbar spannendes Thema, mit dem sich Menschen täglich beschäftigen wollen (aus nachvollziehbaren Gründen). Und doch stecken gesellschaftliche Fragen drin (Wie soll einmal an mich erinnert werden?, Wie sieht ein Friedhof in 50 Jahren eigentlich aus?). Wenn das eigentlich ernste Thema dann noch einen skurrilen Touch bekommt und ein patenter Unternehmer dahintersteht, wird es schon spannender. So wurde Geschäftsführer und Steinmetz Alexander Hanel mit einem Denkmal für Popstar Falco (†40) bekannt, das heute in Gars am Kamp in Niederösterreich steht, unweit von Falcos ehemaliger Villa.

Jetzt hat es sich Alexander Hanel zur Aufgabe gemacht, aus düsteren Friedhöfen solche Orte zu machen, an denen die Invidualität der „Bewohner“ spür- und sichtbar wird. Wir haben Alexander also gegenüber den Medien als DEN „Friedhofs-Revolutionär“ positioniert. Wichtig war und ist dabei : Die Geschichte darf keine Luftnummer sein. Hinter dieser Story steht ein mittelständisches Familienunternehmen in dritter Generation. Geschäftsführer Hanel ist Initiator des Friedhofskulturkongresses (ja, so etwas gibt es) und Vorstandsmitglied im Bund Deutscher Grabsteinhersteller (und sowas auch) – er weiß also wovon er spricht und ist ein echter Experte auf seinem Gebiet. Solche Experten brauchen Journalisten als Gesprächspartner. Mal wird ein solches Thema dann sehr seriös aufgemacht (Wie verändern sich Friedhöfe über die Jahre?), im Boulevard dann eher plakativ mit den Grabstein-Tattoos, wie heute zu sehen.

Auch PR ist Handwerk

Pressearbeit ist am Ende genauso ein Handwerk wie die Steinmetzgerei: Es gilt, eine Geschichte zu erkennen, sie spannend aufzuschreiben und dann den richtigen Redakteurinnen und Redakteuren anzubieten. Nie werblich, sondern immer im Hinblick auf die Nachrichtenfaktoren (in unserem Beispiel sind das u.a. Überraschung, Personalisierung und der Bezug zu einer bekannten Persönlichkeit) und den Mehrwert für den Leser. Wenn ich die Kontakte zur Redaktion selbst nicht habe oder mich mit Pressetexten nicht auskenne, ist es ratsam, (Achtung, Überraschung!) eine PR-Agentur zur Unterstützung hinzuzuziehen. Und immer bedenken: Die Frage „Wie komme ich in die Zeitung?“ beantwortet immer nur einen Teil der Kommunikationsarbeit. Online-Artikel sind mindestens genauso wichtig, denn während die Zeitung am nächsten Tag im Papierkorb liegt, bleiben Online-Artikel in der Regel dauerhaft im Netz und können über Google auch noch lange gefunden werden.

Zusammengefasst: Was ist wichtig? 

  • Eine gute Story (der Friedhofs-Revolutionär!)
  • Gesellschaftliche Relevanz (Wie beschäftige ich mich mit dem Tod?)
  • Eine starke Persönlichkeit (ein anerkannter Unternehmer und Visionär)
  • Headlines, die neugierig machen (und die kurz und knackig sind)
  • Gute Kontakte zu Redaktionen (selbst aufgebaut oder über eine Agentur)
  • Wenn möglich, lokaler Bezug

Sie wollen wissen, welche Geschichte in Ihrem Unternehmen steckt? Dann melden Sie sich und wir schauen uns das mal an.

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare
  1. Ob die BILD polarisiert oder nicht – wenn man als Steinmetz da einen solchen Bericht bekommt, dann braucht man sich wegen neuer Kunden für die nächste Zeit erstmal keine Sorgen mehr zu machen.

    Da kann eine gut angelegte PR-Kampagne schon was bewirken…

    Danke für das Beispiel!

  2. Die Grabstein-Tattoos klingen ja ganz neu! Vielleicht könnten die mit dem entsprechenden Design besser und natürlicher aussehen, z.B. auf den Figuren-Steinen. Meine Freundin hat eben vor kurzem ihre letzte Ruhe gefunden, an der rechten Hand hatte sie ein Tattoo, das vor meinen Augen bis heute lebt. Eine interessante Idee, danke!

  3. Ich stimme total zu, dass gesellschaftliche Fragen hinter der Wahl des Grabsteins stehen. Mein Opa hat sich den Grabstein selbst vor seinem Tod ausgewählt. So war er sich darüber sicher, dass der Grabstein seinem persönlichen Geschmack entsprechen und damit einen Eindruck über seine Persönlichkeit geben würde.

  4. Ich höre zum ersten Mal von Grabstein-Tattoos, die Idee klingt aber echt gut. Meine Großmutter beschäftigt sich derzeit mit dem Thema. Sie möchte ihren Grabstein nämlich unbedingt selbst aussuchen. Den Beitrag leite ich ihr auf jeden Fall weiter, vielen Dank!

  5. Sehr interessant, über das Thema Grabsteine und Tattoos zu lesen. Diese Kombination habe ich noch nicht gesehen! Schön, dass jedes Tattoo seine eigene Geschichte hat.

  6. Gut zu wissen, dass der Steinmetz Alexander Hanel mit einem Denkmal für Popstar Falco bekannt geworden ist. Mein Onkel möchte einen Steinmetz mit der Herstellung eines kleinen Denkmals für seinen Garten beauftragen. Er findet es gar nicht überraschend, dass ein Steinmetz mit seinem Denkmal für den bekannten Sänger Falco berühmt geworden ist.

  7. Ich finde den Vergleich zwischen Pressearbeit und Steinmetzgerei sehr interessant. Ich denke auch, dass die Kunst der guten Geschichte für beide Bereiche sehr wichtig ist. Ich bin von den weisen Beschriftungen mancher Grabsteine enorm fasziniert.

  8. Ich stimme zu, dass mit dem Thema „Grabsteine“ eigentlich viele gesellschaftliche Fragen wie der künftige Ausblick der Friedhöfe in 50 Jahren einhergehen. Mein Opa möchte eigenhändig das Design seines Grabsteins entwerfen. Er hofft, dass sein Grabstein auch in 50 Jahren zeitgemäß aussieht.

  9. Danke für den informativen Beitrag zum Thema Grabsteine. Mein Cousin möchte Steinmetz werden, ich werde den Artikel gern an ihn weiterleiten. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas wie Grabstein-Tattoos gibt.

  10. Die Steinmetzgerei empfinde ich als eine Kunst an sich. Es ist natürlich ein toller Vorsatz, wie beschrieben, einen Friedhof zu einem Ort zu machen, an dem die Individualität der Bewohner spürbar und auch sichtbar wird. Wenn ich mich eines Tages damit beschäftigen muss, weiß ich zumindest, dass das möglich ist.

  11. Ich suche jemanden, der mir Steinmetzarbeiten an einem Grabstein machen kann. Interessant, dass man mit dieser Tätigkeit sogar in die Zeitung kommen kann. Ich werde mich in Perg nach einem umschauen.

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