Mehr Wert durch Mehrwert – So wird Ihre Pressemeldung auch gelesen

Obwohl fast jedes Unternehmen heutzutage Pressemeldungen herausgibt, unterscheidet sich die Qualität oft erheblich. Was also tun, um im Medienrauschen da draußen überhaupt beachtet zu werden? Das Zauberwort heißt Mehrwert.

Und so geht’s: Sie haben ein neues Produkt auf den Markt gebracht? Nun denn,  schreiben Sie schnell eine möglichst lange Presseinformation in der Sie die Neuheit in den höchsten Tönen loben. Verwenden Sie möglichst nur Superlative weil ihr Produkt ja schließlich das Beste am Markt ist. Bringen Sie in der Meldung möglichst viel zu Ihrem eigenen Unternehmen unter und geizen Sie nicht mit Eigenlob. Jetzt schnell die Mail an alle Redakteure, die zu Ihrem Thema passen, senden und möglichst noch fünf große Bilder anfügen. Nun dürfte ja das Telefon eigentlich nicht mehr still stehen. Aber irgendwie…also irgendwie meldet sich da niemand. Komisch.

Ok, eigentlich war die Ironie des Absatzes oben ja auch fast ein wenig platt. Trotzdem landen bei mir sowohl in der Funktion als Redakteur als auch als PR-Berater immer wieder Pressemitteilungen die genau so verfasst wurden wie oben beschrieben. Doch niemand interessiert sich primär für neue Produkte, es sei denn es ist wirklich eine Sensation, eine Neuheit, der totale Burner. Für alles andere gilt: Schaffen Sie Mehrwert!

Beispiel für Produkte

Wie das funktioniert? Finden Sie eine inhaltliche Metaebene für Ihre Pressemeldung. Nehmen wir als Beispiel einen Reifenhersteller, die „Musterreifen GmbH“. Die Firma hat einen neuen Reifen „Superwinter3000“ auf den Markt gebracht. Wenn dieser Reifen nicht zufällig im neuen James Bond Film auftaucht, wird es schwierig mit einer reinen Produkt-Meldung den Weg in die Presse zu finden. Hier muss eine inhaltliche Ebene gefunden werden. Was interessiert die Leser da draußen?

Nehmen wir an, der Winter steht vor der Tür (irgendwie ist es ja auch gerade furchtbar kalt hier in Berlin), dann macht es natürlich Sinn den Redaktionen entsprechendes Material anzubieten. So wird eine Pressemeldung  „Startklar für den Winter – Was Autofahrer jetzt wissen sollten“ eher gelesen als „Neuer Reifen Superwinter3000 auf dem Markt“. Ihr Ziel muss es nun sein, in der inhaltlichen Meldung ihre eigene Firma zu erwähnen. Wenn das Produkt gut passt, darf es ruhig in der Meldung erwähnt werden, gerade wenn es sich um eine echte Neuerung handelt. Bringen Sie sich ein, z.B. durch Formulierungen wie:

„Ab 9 Grad wird es rutschig auf der Straße, daher machen Winterreifen durchaus schon ab Oktober Sinn“, sagt Karl Mustermann, Sicherheitschef der Mustermann Reifen GmbH.

Oder aber, wenn das Produkt eine echte Neuerung darstellt, bringen Sie es direkt ins Gespräch:

„Neuere Reifenmodelle wie der „Superwinter3000“ von der Mustermann Reifen GmbH haben dieses Problem nicht mehr, hier sorgt eine spezielle Beschichtung im Inneren des Reifens für…“

Beispiel für Dienstleister

Auch wenn Sie Dienstleister sind, können Sie diese Form des Mehrwerts anbieten. Geben Sie einen Teil von Ihrem Fachwissen kostenfrei preis. Ein Bewerbungscoach kann zum Beispiel eine Pressemeldung schreiben mit dem Titel „Auffallen um jeden Preis? 10 aktuelle Bewerbungstrends“. Besser ist es noch, wenn Sie ein aktuelles Thema aufgreifen und es „weiterdrehen“. Letztens berichteten viele Medien darüber, dass Personalchefs in Zukunft keine privaten Netzwerke im Internet mehr nutzen dürfen, um Bewerber auszuspionieren.

Nutzen Sie diese Aufmerksamkeit! Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für einen Artikel zum Thema wie  „Der gläserne Bewerber – Was Personalchefs dürfen“. Springen Sie auf den Zug auf, indem Sie Ihr Wissen gewinnbringend präsentieren.Positionieren Sie sich als Experte, indem Sie sich selbst in den Text einbringen.

„Personaler dürfen es nicht, werden es aber trotzdem weiterhin tun. Daher sollte jeder Bewerber seine Profile im Netz vor der Bewerbung gründlich überprüfen, rät Bewerbungsexpertin Karla Lebenslauf. Ihr Tipp: „Fragen Sie Freunde und ruhig auch entfernte Bekannte, wie das Profil auf sie wirkt, so bekommen Sie einen Blick von außen.“

Anderes Beispiel: Auch eine Rechtsanwältin, die sich auf den Bereich IT-Recht spezialisiert hat, kann ihr Fachwissen den Redaktionen anbieten. Angenommen es rollt gerade wieder eine Abmahnwelle durchs Land, dann passt natürlich eine Meldung „Bilderklau im Internet: Abmahngebühren oft viel zu hoch“ sehr gut in den aktuellen Nachrichtenstrom.

Wenn Sie dazu noch die wenigen Grundregeln in Sachen Pressearbeit beherrschen, haben Sie gute Chancen auf eine Veröffentlichung. Dazu gehören z.B.

1 . Überlegen Sie wohin und wann Ihre Meldung passt. Ist es ein regionales Thema, ein saisonales, ein Dauerthema oder ein Thema was momentan aus anderen Gründen gerade aktuell ist. Stimmen Sie Ihren Presseverteiler darauf entsprechend ab.*

2 . Sprechen Sie den Journalisten persönlich an. Jede Pressemeldung ist eine kleine Bewerbung. Schreiben Sie den Journalisten namentlich an mit einer positiven und freundlichen Ansprache. Gehen Sie immer davon aus, dass der Journalist nicht auf Ihre Pressemeldung gewartet hat. Es muss etwas hängen bleiben bei ihm. Dies kann eine kleine Geschichte sein, ein gemeinsames Interesse (Stichwort XING, schauen Sie mal was der Redakteur sonst so macht) oder einfach ein Thema was wirklich gerade gut passt.

3. Versenden Sie die Nachricht direkt in Ihrer Mail, nicht als kommentarlosen Anhang

4. Hängen Sie nur wenige und kleine Bilder an. Fotos in höherer Auflösung sollten Sie im Sinne des Servicegedanken auf Ihrer Webseite hinterlegen und in der Mail nur verlinken

5. Geben Sie Ihre vollständigen Kontaktdaten an

6. Nutzen Sie mit kostenlosen Presseportalen, Twitter, Facebook & Co alle Kanäle die passen um Ihre Pressemeldung unters Volk zu bringen.

Lesen Sie dazu auch meine 10 Tipps für erfolgreiche Online-Pressearbeit

*Bei der Erstellung von Pressetexten, Presseverteilern oder in der  Themenrecherche unterstützt Sie PRonline.de natürlich gern 🙂

 

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