Wie man Klettklebeband viral vermarktet

Wer von viralem Marketing hört, denkt entweder an witzige Youtube-Videos die sich Menschen über das Internet weiterleiten oder an einen Werbekongress in Grippezeiten. Dass man auch eher klassische Produkte via Internet viral vermarkten kann , will ich heute kurz am Beispiel von Klettklebeband deutlich machen. Es ist nicht ganz ersichtlich ob das Video, was ich unten vorstelle von der Firma selbst produziert wurde oder von einem „Fan“ des Produktes. Wir gehen aber mal davon aus, dass es die Firma selbst war, zumindest zeigt der Spot die Möglichkeiten die man als Firma in Zeiten von Social Media hat. Das Produkt Klettklebeband klingt in etwa so sexy wie Fußbodenleiste oder Fliegengitter. Trotzdem ist es der Firma Velcro, die sich selbst als „führenden Anbieter von innovativen textilen Klett-Produkten im Industrie-, Automobil- und Consumerbereich“ beschreibt gelungen, ihr Produkt mit einem preisgünstigen und effektiven Spot im Internet zu vermarkten.

Die Idee: Das eher technisch und sachlich anmutende Produkt „Klettklebeband“ mit einem innovativen Produkt zusammen bringen über das momentan ohnehin viele sprechen: Das iPad von Apple. Ein kurzer Spot zeigt, wie man durch das Aufkleben zweier Klettstreifen das iPad so ziemlich überall befestigen kann. Man sieht es als XXL-Navigationsgerät im Auto hängen, als digitalen Bilderrahmen in der Wohnung oder aber als virtuelles Kochbuch über dem Herd in der Küche. Obwohl das Video nicht witzig ist sondern einen ganz klaren Produktnutzen zeigt, hat es den Sprung hin zur relevanten Zielgruppe geschafft: In vielen wichtigen iPad Blogs ist das Video zu sehen, bei Vimeo und Youtube ist es vertreten und wurde bereits über 250.000 mal angeklickt, es gibt begeisterte User-Kommentare zu der Idee.

Man sieht also, dass ein Produkt nicht immer neu oder besonders hip sein muss um es viral zu vermarkten. Manchmal reicht schon die clevere Verknüpfung des Produktes mit einer Idee die direkt auf die Lebenswirklichkeit der potentiellen Kunden abzielt. So ein Videokochbuch neben dem Herd wird bestimmt einige Kochmuffel dazu bringen mal eine Runde den Tim Mälzer zu geben. Klett sei dank!

Und hier der Spot:

iPad + Velcro from Jesse Rosten on Vimeo.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Endlich merkt mal jemand, dass Werbung auch nützlichen Inhalt enthalten darf und nicht nur emotionale Impulse übertragen soll. Es gibt glücklicherweise sehr viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichem Kaufverhalten die auch erreicht werden sollten.

  2. ein durchaus gutes Beispiel und eine wirklich nette Idee. Die ganze Sache setzt allerdings voraus, dass man schwarze Klebestreifen in allen Lebensbereichen als modisch wenig störend empfindet. Oder man besorgt sich so viele ipads, dass überall eins klebt. Damit wäre letztendlich auch beiden Firmen geholfen. 😉

    Wobei ich glaube, dass ich Michael widersprechen muss: Dass emotionale Element ist hier durchaus enthalten, und dass in nicht geringem Ausmaß. Das fängt schon bei Start und Ende des Videos an und geht mit der direkten Ansprache von „Apple-Fanboys“ weiter. Hier werden Emotionen also sogar in doppeltem Sinne kapitalisiert: 1. Produktbindung/Liebe zu Apple/ipad 2. Spaß ist auch eine Emotion …

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