PR- und Social Media Trends 2011


Leute, nächsten Freitag ist Weihnachten, d.h. das Jahr geht rapide dem Ende entgegen. Rückblicke hatten wir genug, es ist Zeit für einen Blick in die Zukunft. Dennis Sulzmann, Journalist und PR-Berater, hat in seinem Blog bereits die Kurzfassung meiner PR-Glaskugel für 2011 veröffentlicht, hier gibt es nun die ausführliche Variante.

PR bleibt PR

PR wird sich auch in 2011 nicht grundlegend verändern. Die richtige Geschichte zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Multiplikator gebracht, ist noch immer das Mittel der Wahl. Was sich weiter verändert, ist der Zugang zur Öffentlichkeit. Journalisten werden in Ihrer Rolle als Gatekeeper nur noch ein Teil der PR-Zielgruppe sein. Die eigens veröffentlichten Botschaften über die meist genutzten Social Media Kanäle (Facebook, Twitter, Youtube, Flickr) werden an Bedeutung gewinnen  und ermöglichen eine direkte Kommunikation mit den Bezugsgruppen.

Stakeholder statt Zielgruppen

Stakeholder-PR statt Produkt-PR: Unternehmen werden viel mehr darauf schauen müssen, wie sich Bezugs- und Zielgruppen verhalten und Ihre Kommunikationskampagnen darauf ausrichten. Es wird nicht mehr ein Produkt der Ausgangspunkt sein sondern die Menschen und Ihre aktuellen Bedürfnisse. Über ein kontinuierliches Social Media Monitoring lassen sich diese Informationen gewinnen. Statt sich auf Zielgruppen zu konzentrieren, wird es noch mehr darum gehen sämtliche Stakeholder einer Organisation kommunikativ zu bedienen.

Social Commerce

Einkaufen über Social Media Plattformen und die Empfehlungen von Freunden werden an Bedeutung gewinnen.

Influencer finden

Die Identifikation von Influencern im Web wird an Bedeutung gewinnen. Wer ist für meine Botschaft relevant? Genügen vielleicht 50 wichtige Leute um meine Botschaft viral ins Netz zu tragen. Dabei gilt: Relevanz, Relevanz, Relevanz: Social Media ist nur ein Kanal, nicht aber Mittel zum Zweck. Wer keine Geschichten zu erzählen hat wird nicht wahrgenommen.

Social Media Strategie

Organisationen brauchen eine Social Media Strategie. Unternehmen wie die Bahn haben gemerkt, dass Social Media kein Vertriebskanal ist. Firmen müssen sich bewusst werden, in welcher Tonalität und zu welchen Themen sie über Social Media kommunizieren. Die Menschen sind sensibler geworden was Dinge wie Transparenz und Glaubwürdigkeit angeht. Kommunikative Fehltritte der PR, wie etwa das Astroturfing werden durch die weiter fortschreitende Demokratisierung des Netzes entdeckt und fallen negativ auf das Unternehmen zurück.

Mobil als Standard

Der Trend des mobilen Internets wird sich verstetigen. In 2011 wird es laut Bitkom mehr als 10 Millionen Smartphones  in Deutschland geben. Kaum ein Smartphone was keinen direkten Zugang zu einem Social Network bietet, der Kunde kann somit Erfahrungen mit Marken noch schneller teilen (im positiven und im negativen Sinne).

Budgets hin zu Online

Die bessere Erfolgsmessung und die höheren ROIs werden dazu führen, dass in 2011 noch mehr Budgets von den klassischen Kommunikationskanälen in den Bereich „Online“ wandert.

Integrierte Kommunikation

PR wird weiter vernetzt werden müssen. Eine fortwährende Abstimmung mit allen Unternehmensbereichen (Beispiele: Marketing, was meist in Kampagnen denkt, Personalbereich, Geschäftsführung, IT) ist unabdingbar. Die Frequenz von Kommunikation wird sich durch Mobilität, Flexibilität und den einfachen Zugang zu Informationen weiter erhöhen. Dem muss mit einem integrierten Kommunikationsmanagement Rechnung getragen werden. Nur wer Themen und Konflikte früh erkennt, bleibt handlungsfähig.

Social Search

Zu guter letzt: Social Search wird kommen, ob früher oder später. Beziehungen als Gradmesser für Glaubwürdigkeit. Und genau da kommt PR ins Spiel = )

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Ja ich gebe Ihnen recht – Social Media haben und werden das digitale Leben verändern.
    Jedes Unternehmen, dass seine Zielgruppe erreichen und dieser zuhören möchte kommt an den Social Media nicht vorbei und zwar von der Produktentwicklung bis hin zur Unternehmenskommunikation.

    Social Search gibt es ja schon. Von den Social Medias selbst und auch von den herkömmlichen Search Engines.
    Meinen Sie, dass Social Media die bekannten Suchmaschinen verdrängen werden?

  2. Nein, verdrängen nicht komplett. Dafür sind Suchanfragen noch zu individuell verschieden. Wenn ich wissen will, wie man Starthilfe beim Auto gibt (Welches Kabel muss wo an der Batterie angeschlossen werden), dann brauche ich dazu nicht zwingend eine persönliche Empfehlung sondern suche auch weiterhin bei Google z.B. nach einem Artikel einer Autozeitschrift. Aber was man sehen muss: In den USA wird Facebook bereits öfter besucht als Google – Es gibt hier also Verschiebungen die noch eine ganze Weile anhalten werden.

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